Accounting Reference Day
Der Bilanzstichtag einer Ltd. ist der Gründungstag plus 12 Monate. Eine  Anpassung auf den 31.12. ist jedoch möglich. Accounts müssen spätestens  18 Monate nach der Gründung beim Companies House eingereicht werden.

Anual Report
Jede Limited muß den Jahresabschluß beim Companies House hinterlegen. Die  Fristen sind für jede Gesellschaft auf der Internetseite des
companieshouse ersichtbar (Next accounts due). Werden Jahresabschlüsse nicht  fristgerecht eingereicht, wird die Gesellschaft mit einer Strafe belegt, die bei £ 150 für bis zu einem Monat Verspätung beginnt und bis zu £ 1500 betragen können. Außerdem kann das Companieshouse bei Nichtbeachtung der Fristen die Gesellschaft löschen.

Anual Return
Der Anual Return muß jedes Jahr eingereicht werden. Dabei werden  Ãnderungen, z.B. bei den Direktoren oder Gesellschaftern, erfasst. Der  Return ist kostenpflichtig.

Bankkonto
Leider gibt es in der letzten zeit immer mehr Probleme für englische Limiteds, ein Bankkonto in Deutschland zu eröffnen. Es ist daher zu empfehlen, vor der Gründung mit der Hausbank dieses Problem zu besprechen.
Konten für Limited eröffnet die wirecardbank. Allerdings sind die Kosten für Eröffnung und Kontoführung vergleichbar hoch.

Companies House
Das Companies House ist vergleichbar mit dem deutschen Handelsregister.  Großer Vorteil in England: Gründung und Änderungen müssen nicht durch einen Notar erfolgen. Damit können auch Ãnderungen ohne große Kosten und schnell vollzogen werden. Änderungen sind auf dem elektronischen Wege  oder über ein Formular möglich. Zur Einschränkung von Mißbrauch hat das  Companieshouse das Proofscheme eingeführt. Unternehmen, die daran  teilnehmen, können bestimmte Änderungen nur noch elektronisch vornehmen. Der Zugang ist passwortgeschützt.
Kommt eine Gesellschaft ihren Verpflichtungen nicht nach, kann das
Companieshouse sie löschen. Die beabsichtigte Löschung wird dem Registered office angezeigt und veröffentlicht (proposal for strike off)

Director
Der Director ist vergleichbar mit dem Geschäftsführer einer GmbH. Er ist  verantwortlich für die Gesellschaft. Die Vertretungsregelung ist durch  das Table A, einer Art Mustersatzung, geregelt.

Durchgriffshaftung
Entsprechend der durch den EU Gerichtshof bestätigten Gründungstheorie ist bei der  Beurteilung der Durchgriffshaftung das Recht des Sitzstaates, also bei  einer englischen Ltd. englisches Recht anzuwenden. In bestimmten Fällen  können jedoch bei einer Tätigkeit ausserhalb des Sitzlandes auch deren  Bestimmungen gelten. Hierzu sind in Zukunft sicherlich zahlreiche  Entscheidungen des EU-Gerichtshofs zu erwarten. Eindeutig dürfte eine  Durchgriffshaftung bei Vermögensvermischung, Institutsmissbrauch und  planmäßigem  Entziehen des Kapitals sein

Firma
Auch im englischen Recht gibt es Einschränkungen bei der Wahl des Namens der Limited. Jedoch geht man hier natürlich von Großbritannien aus. So sind etwa Queen oder Earl geschützt, dafür aber eine Graf von und zu Limited problemlos möglich. Bei der Namenswahl sollte jedoch bereits im Vorfeld die Zulässigkeit in Deutschland geprüft werden, da es ansonsten zu  Schwierigkeiten bei der Eintragung der Zweigniederlassung kommen kann.  Ob ein Name bereits vorhanden ist, kann in England auf der Internetseite des
Companieshouse und in Deutschland im Unternehmensregister des elektronischen Bundesanzeigers geprüft werden. 
 

Haftungsbegrenzung
Wie bei einer deutschen GmbH ist auch bei der englischen Limited die Haftung auf das Vermögen der Gesellschaft beschränkt.
 

Haftung des Directors
Der director haftet ähnlich wie der Geschäftsführer einer GmbH für unerlaubte Handlungen.. Bei einer in Deutschland eingetragenen  Gesellschaft kommt die Haftung nach dem Strafgesetzbuch oder den  Steuergesetzen hinzu, z.B. bei Nichtabführung von  Sozialversicherungsbeträgen.
 

Insolvenzverfahren
Im Insolvenzfall hat der Director einer Ltd einen höheren  Ermessensspielraum als der Geschäftsführer einer GmbH. Für die Eröfffnung eines Insolvenzverfahrens in der EU ist das Gericht zuständig, in  dessen Gebiet der Schuldner den Mittelpunkt seiner hauptsächlichen  Interessen hat. Dort wird gemäß Art. 3 Abs. 1 EuInsVO das als  Hauptverfahren bezeichnete Insolvenzverfahren eröffnet. Widerlegbar wird der Mittelpunkt der hauptsächlichen Interessen gemäß Art. 3 Abs. 1  Satz 2 EuInsVO am Ort des satzungsmäßigen Sitzes vermutet. Sofern also  in England eine Ltd keine Geschäftstätigkeit entfaltet und in  Deutschland das Unternehmen betreibt, ist ein Insolvenzverfahren über  das Vermögen einer Ltd in Deutschland anhängig zu machen. Strittig ist  vielfach, ob dann das deutsche Insolvenzrecht über dem britischen  Gesellschaftsrecht steht. Dies kann z.B. bei der Bewertung von  Gesellschafterdarlehen von Bedeutung sein
 

Ltd. & Co KG
Die Ltd. & Co KG ist eine deutsche Kommanditgesellschaft mit einer  britischen Ltd. als Komplementär. Sie ist als deutsche Gesellschaft im  deutschen Handelsregister eingetragen (oftmals ein Vorteil) und hat ihre Haftung trotzdem auf das Gesellschaftsvermögen der Limited begrenzt, im Zweifelsfall also 1 Britisches Pfund. Eine Ltd. & Co KG bietet  darüberhinaus entgegen der Kapitalgesellschaft den  Gewerbesteuerfreibetrag für Personengesellschaften in Höhe von 24.500 €.
 

Mindestkapital
Das Mindestkapital einer Ltd. beträgt 1 £ . Selbstverständlich können Sie auch ein höheres Kapital wählen.
Bei der Wahl des Kapitals sollte daraufgeachtet werden, dass zumindest die Gründungskosten gedeckt sind.
 

Mitbestimmung
Für die deutsche Niederlassung einer britischen Ltd. finden deutsche  Mitbestimmungsregelungen keine Anwendung. Das britische Recht kennt  keine Mitbestimmung im Management.
 

Secretary
Eine englische Limited mußte bisher neben dem Geschäftsführer (director)  einen Secretary haben. Er ist für die Verwaltung der Limited zuständig.  Seit Mai 2008 ist der Secretary jedoch nicht mehr zwingend erforderlich.
 

Sozialversicherung
Ein Direktor einer Limited wird in Deutschland wie der Geschäftsführer  einer GmbH behandelt. Es muß daher geprüft werden, ob er als  Selbständiger oder Angestellter gilt. Hierfür ist eine Prüfung bei der  Rentenversicherung Bund zu beantragen. Mit dem Bescheid besteht für den  Geschäftsführer dann Rechtssicherheit. Ob die Rentenversicherung Bund zu dem  gewünschten Urteil kommt, hängt wesentlich von der richtigen Gestaltung  ab.
 

Steuern
Eine ausschließlich in Deutschland tätige Ltd. versteuert in Deutschland  wie eine GmbH. Eine Ltd & Co KG wird wie eine GmbH & Co KG als  Personengesellschaft versteuert. Es gelten hier also auch die  Gewerbesteuerfreibeträge. Bei der Ltd. & Co KG ist zu beachten, dass die englische Limited als Komplementärin in Deutschland steuerpflichtig wird.
Sofern die Gesellschaft nicht in England  tätig ist, muß sie nach dem Doppelbesteuerungsabkommen in Großbritannien keine Steuererklärung abgeben. Das englische Finanzamt Inland Revenue  verlangt in der Regel hierfür eine Ansässigkeitsbescheinigung, die das  deutsche Finanzamt ausstellt.
 

Zweigniederlassung
zur gewerblichen Tätigkeit mit einer englischen Limited in Deutschland ist  in der Regel die Gründung einer Zweigniederlassung erforderlich. Diese  wird über einen Notar vom Director beim Handelsregister angemeldet.  Bereits mit der Anmeldung können auch die Gewerbeanmeldung und die  Eröffnung eines Bankkontos vorgenommen werden. Der Director ist  üblicherweise auch Niederlassungsleiter, jedoch ist dies nicht zwingend.
 

Redaktion: tps press, Rolf Steinborn
Stand: September 2015
Alle Angaben ohne Gewähr

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